Wieder einmal wurden in einem Training der Gesprächsführung Stimmen laut, dass die Übungen mit Einsatz der Videotechnik und Rollenspiele überhaupt doch wenig mit der “Praxis” zu tun haben. Immer wieder können wir bemerken, dass auch bestimmte Ängste vorhanden sind, sich beispielsweise vor den anderen Seminarteilnehmern zu blamieren.
Alle diese Stimmungen nehmen wir sehr ernst, denn Sie behindern natürlich den Lernprozess.
Mit einigen Schnappschüssen (ohne bereits “echt” zu üben) kann man die Teilnehmer ein wenig an die Trainingssituation gewöhnen. Wir sprechen dann kurz darüber, dass sich die Stimme für den “Betroffenen” natürlich anders anhört und mit ein wenig Glück sind auch schon die ersten kleinen “Schmunzler” zu sehen und zu hören.
Zum Thema Training mit Fallbeispielen, die natürlich nie ganz echt sein können, hat uns immer wieder der Vergleich mit den Trainingseinheiten der Profis im Sport geholfen – deren Training findet ja bekanntlich nicht im großen Finale (also in der Praxis) statt.
“Seminarsplitter”Immer wieder, wenn im Seminar das Wort Web 2.0 fällt, sieht man ungläubige, oft unwissende Gesichter: Es ist schon manchmal erschreckend, wie wenig Wissen darüber vorhanden ist und wie wenig Anwendung genutzt wird. Manchmal passiert das auch bei Trainerkollegen – unvorstellbar. Anmerkung: Es sind nicht nur die “Alten”, sondern Menschen, die durchaus noch einige Jährchen Berufstätigkeit vor sich haben.
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2008
Fragen oder sagen?Geschrieben von: das usa team in Seminarsplitter, tags: Fragetechnik, GesprächIn bestimmten Seminarsequenzen ist das Thema “Fragetechnik” im Mittelpunkt. Jetzt kommt es immer wieder vor, dass wir ellenlang über den Vorteil von Fragen sprechen und Fragetechnik einüben – aber was passiert bei manchen Führungskräften: Wenn es dann in praktische Übungen geht und Video-Aufzeichnungen dran sind, ist alles wieder vergessen und die “Sagetechnik” bekommt, wie scheinbar im normalen Leben, wieder die Oberhand. Manchmal kann man überlegen, wann dieses Muster eingeübt wurde, viel zu reden, gar nicht oder wenig zu fragen – oder ist vielleicht das Zuhören zu schwierig? Tipp von uns: Prüfen Sie doch einmal nach Gesprächen mit Kollegen, Mitarbeitern: Wer von Ihnen hatte den größeren Redeanteil. Wenn Sie feststellen dürfen, dass nach einem Gespräch 95 % Redeanteil bei Ihnen lagen, dann war es (vielleicht) kein Gespräch sondern Sie haben dem anderen eine Rede gehalten. Und das ist etwas ganz anderes. Also, halten Sie es doch künftig öfter mit Wilhelm Busch: “Mancher wüsste viel zu sagen, würde man ihn freundlich fragen.” “Ach was ich noch sagen wollte”, so ein Teilnehmer bei der Abschlußrunde zum Seminar, “der Raum war viel zu kalt!”. Wenn diese Aussage nach zwei Tagen Seminar fällt, fällt sie natürlich zu spät. Schmunzeln ist angesagt, wenn man bedenkt, dass das Thema “Selbstverantwortung” eines der zentralen Themen war. Merke: Selbstverantwortung ist wenn… wir seit dieser Begebenheit den Teilnehmern schon ab der ersten Minute des Treffens Gelegenheit geben, selbst zu regeln was notwendig ist. Learning by doing! „Diese Geschichte könnte sich gestern bei uns zugetragen haben“ so ein Seminarteilnehmer nachdem er im Führungsseminar die Situationsbeschreibung eines Fallbeispiels gelesen hatte. … braucht wohl jeder Mensch. Und hier möchte ich drei Beispiele von Anerkennung unserer Arbeit nennen, auf die wir – das gesamte usa team – sehr stolz sind und die wir dankbar in Erinnerung halten: 1. Vor vielen Jahren kam ein Teilnehmer einer Seminarreihe zu Peter Lohoff mit den Worten “Schönen Gruß von meiner Frau”. Verblüffte Reaktion: “Ich kenne Ihre Frau doch gar nicht.” “Das nicht, aber heute Morgen hatten wir folgendes Gespräch:’ 2. Die erste Führungsebene einer Großhandels-Zentrale hatte für alle Führungskräfte ab der zweiten Ebene (Innendienst und Außendienst) eine mehrjährige Seminarreihe zu den Themenbereichen “Klare Komunikation” und “Fragetechnik” durchführen lassen. Nach einer ganzen Weile buchte dann die erste Führungsebene die gleichen Seminare für sich selbst in komprimierter Form. Alle Führungskräfte der ersten Ebene nahmen teil. Auf unsere Nachfrage zum Hintergrund bekamen wir die Antwort: “Seit Sie diese Seminare durchführen, hat sich vieles bei uns geändert, sogar der Umgang und der interne Sprachgebrauch der Führungskräfte untereinander. Da wollten wir jetzt endlich wissen, was Sie da so machen mit unseren Leuten.” 3. Bevor vor vielen Jahren die Gruppe “Riverdance” zur ersten Deutschlandtournee eintraf, konnte man ein Video-Band mit ihrem Auftritt in der Radio City Music Hall in New York hier bei uns kaufen. Dieses Video schenkte uns einer unserer Kunden, begleitet von einer Karte mit folgendem Text: “Riverdance – das ist wie bei Euch im usa team: Spitzenleistung des Einzelnen zum Wohle des Ganzen”. (Diese Karte haben wir noch heute parat in einem ganz speziellen Ordner “Post – Schönes”. So manches hat sich in 20 Jahren da angesammelt.) Alles drei sind für uns wundervolle Rückmeldungen zu unserer Arbeit. Anerkennung und Bestätigung, die uns sehr freut und immer wieder Ansporn ist, eine unserer Grundregeln täglich zu verfolgen: “Wir streben danach, unsere Qualität ständig zu verbessern”. … ereignet sich in jedem Beruf, also auch bei uns. 20 Jahre gibt es uns nun schon bald und in 20 Jahren passiert natürlich auch manche Panne. So kam es einmal vor, dass einer unserer Kollegen zum Seminar anreiste, seinen Seminarraum am Vorabend richtete, Technik aufbaute, Unterlagen verteilte, seine “mentalen Dispositionen” traf usw. Und am nächsten Morgen wartete er vorfreudig auf die Teilnehmer. Kam nur leider niemand. Auf Nachfrage in der zuständigen Firmenzentrale stellte sich heraus: Das Seminar war abgesagt worden, alle Teilnehmer waren informiert, nur den Trainer hatte man leider vergessen. Ein anderer Kollege kam im Hotel “Forellenhof” an und fragte nach seinem Seminarraum. Niemand im Haus wusste etwas davon. Nach einiger Verwirrung stellte sich heraus: Das Seminar sollte zwar im Hotel “Forellenhof” stattfinden, leider aber in einer anderen Stadt. Glücklicherweise ereignete sich all das am Voabend. Wieder bei einer anderen Gelegenheit fragte unser Trainer kurz vor dem geplanten Seminartermin in der Firmenzentrale nach der Teilnehmerliste. Nach wiederum einiger Verwirrung wurde festgestellt: Man hatte leider vergessen, das Seminar intern auszuschreiben, also gab es auch keine Teilnehmer. Und ein letztes Schmankerl dieser Art: Unser Trainer reist am Vorabend im Seminarhotel an, beginnt, den Raum zu richten, findet einen geschlossenen Karton vor, beschriftet mit Titel und Datum “seines ” Seminares, öffnet diesen, findet Teilnehmer-Unterlagen und -Utensilien zum Thema und zum Termin – nur leider von einem anderen Trainingsinstitut. Spätabendliche vielseitige und längere Telefonsequenzen erklären den Hintergrund: Es wurden versehentlich zwei Trainingsinstitute mit der Durchführung beauftragt (leider das usa team als zweites). Was macht man (oder Frau) in diesem Moment? Nein, nicht die Parole: “Ich bin schon da, ich richte den Raum, soll der andere sehn, wo er bleibt”, nein “Gentlemenlike” (wie heißt dazu die weibliche Version? Ladylike?) packt sie wieder ein und macht sich auf den Heimweg. Wo Menschen arbeiten, da “menschelt’s” halt manchmal. Gerade solche – im Moment des Geschehens – unglaublichen Einzelfälle – eignen sich bestens, bei einem Rückblick, einer Zäsur, als Anekdoten zur Erheiterung beizutragen. Und – wie geschrieben – es sind Einzelfälle und damit gehören sie wohl einfach zum Leben dazu. Wir sind auf jeden Fall froh und dankbar, dass die allermeisten Termine genau so und genau dort stattfinden, wo sie geplant sind. Und wir sind sehr froh, dass es zum Glück noch niemals vorkam, dass irgendwo eine Teilnehmergruppe sitzt und auf unseren Trainer wartet, aber es kommt niemand. Das wäre zwar auch eine Anekdote, aber auf die vezichten wir auch weiterhin sehr gern. … das ist bei uns nicht immer ganz leicht. So mancher Trainerkollege liebt es daher, in seiner Freizeit etwas zu tun, wobei er das Ergebnis seiner Arbeit direkt wahrnehmen kann: Rasen mähen, Unkraut jäten, Auto waschen und polieren, Bücher schreiben, Gemälde kreieren usw. Und mancher sagt in seminarreichen Monaten Sätze wie: “Im nächsten Leben werde ich Friseur oder Gärtner, da sehe ich, was ich geschafft habe.” Da diese sofortige Rückmeldung bei uns nun mal nicht selbstverständlich ist, geraten wir manchmal in Gefahr, nicht genug wahrzunehmen, wie wir Menschen langfristig beeinflussen durch unser Tun. Immer wieder einmal begegnen wir einem Menschen, der vor mehreren Jahren schon mal Seminarteilnehmer war (logischerweise ist uns der Name nicht unbedingt auf Anhieb parat). Und wenn uns dann ein solcher früherer Teilnehmer / oder eine frühere Teilnehmerin / in etwa so anspricht: “Ach, hallo, schön, Sie wieder einmal erleben zu dürfen. Ich war vor x Jahren bei Ihnen im Seminar Y. Wissen Sie, Sie haben damals gesagt (Zitat eines Satzes im Seminargeschehen). Das hat mein Leben unglaublich beeinflusst. Ich habe das immer wieder angewandt und es hat mir sehr weitergeholfen ….” Ja, dann werden wir ganz demütig, schämen uns ein wenig, dass wir uns gar nicht an diesen bewegenden Moment erinnern und freuen uns doch sehr, dass wir hier und da eine bestärkende Anregung mitgeben können. Und auch, wenn wir die eigene Arbeit dann immer noch nicht “sehen” können, sind wir in solchen Momenten doch sehr froh und dankbar, dass wir gerade diesen Beruf wählten und auch heute noch immer wieder auf’s Neue gern ausüben. |

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